Dojo-Ordnung

Der Raum

Das Dojo ist schlicht und ohne jeden Schmuck ! Es verzichtet auf alle oberflächlichen Akzente. Es muß ein Ort der Ruhe, der Entspannung, der Abgeschiedenheit sein, der eine gesteigerte Konzentration ermöglicht. Alles, was diese Atmosphäre stören könnte, ist deshalb unter allen Umständen zu meiden und fernzuhalten. Zuschauer werden aus diesem Grund gebeten, sich ruhig zu verhalten! Die Mitglieder des Dojo unterwerfen sich einer strengen Ordnung und Disziplin. Den Weisungen des Lehrers( Sensei ) ist sofort und widerspruchslos nachzukommen.

Hygiene und Sauberkeit 

Finger und Fußnägel sollen kurz gehalten sein! Schmuck wie Ringe, Kettchen, Uhren, usw.  sind abzulegen! Leicht schwitzende Schüler sollten ein Handtuch griffbereit haben! 

Schüler mit ansteckenden Krankheiten können den Unterricht nicht besuchen! Ein Üben kurz nach dem Essen ist zu vermeiden, die Mahlzeiten sollten daher mindestens zwei Stunden vorher eingenommen werden. Vor dem Training sollte die Blase entleert werden.

Bei starken Ermüdungserscheinungen, Übelkeit oder  Schmerzen im Verlauf des Unterrichts ist die Übung abzubrechen. Das Karategi ist oft zu waschen und zwischen den Übungen zu lüften. Die Übungsfläche wird nur barfuß begangen. Die Garderobe ist ordentlich aufzubewahren. Die Geräte haben ihren festen Platz.


Der Gruß im Stand wird erwiesen:

 Beim Betreten des Dojos,

Beim Verlassen des Dojos,

Gegenüber dem Dojoleiter, wenn dieser die Übungsfläche betritt,

Zu Beginn und am Ende jeder Partnerübung,

Bei Fragen an den Sensei (Übungsleiter)

 

Der Gruß im Knien findet zu Beginn und am Ende des Unterrichts statt. Die höheren Ranggrade sitzen immer rechts. Es ist auf einwandfreie Haltung und korrekten Sitz des Karategi zu achten. Auf ein Zeichen des Rangältesten wird der Gruß erwiesen, den der Sensei erwidert. Höhere Grade sind während des Unterrichts immer zu respektieren, ihre Ratschläge ohne Kritik anzunehmen. Die höheren Ränge sind verpflichtet, den Lernenden behilflich zu sein und sie geduldig und freundlich zu fördern.

 Unterrichtsordnung

Das Betreten und Verlassen des Dojo vollzieht sich ruhig. Sofort nach dem Umkleiden nehmen die Schüler ihren Platz ein und warten auf den Beginn des Unterrichts. Trifft ein Schüler verspätet ein, so holt er für sich alle Freiübungen nach, grüßt  und schließt sich ohne Erklärung oder Entschuldigung seiner Gruppe an! Während des Unterrichts unterbleibt jedes Gespräch! Formalitäten, Beitragszahlungen, persönliche Anliegen usw. sind vor, bzw. nach dem Unterricht zu erledigen. Nimmt ein Schüler nicht aktiv am Unterricht teil, so soll er aufmerksam und ohne die anderen zu stören, den Erklärungen und Vorführungen folgen.

 Der Unterricht muß regelmäßig besucht werden. Ein Fehlen muß möglichst vorher beim Lehrer entschuldigt werden. Wiederholtes, unentschuldigtes Fehlen hat den Ausschluß des Schülers zur Folge! Da der Unterricht nur den Lehrstoff vermittelt, sollte jeder Schüler zu hause oder während einer freien Übungsstunde das Erlernte vertiefen und vervollkommnen.

 Rücksichtnahme

Die Schüler sind untereinander freundlich und zuvorkommend! Es darf niemand einem anderen Schmerzen zufügen, ihn kränken oder ihn mutlos machen. Lehrer und Schüler bilden eine enge freundschaftlich verbundene Gemeinschaft. Vertrauen und Kameradschaft ist das Wichtigste, was der Schüler mitbringen sollte. Eine Aufforderung zur Übung oder zum Kampf hat immer vom Ranghöheren auszugehen. Jede laute Unterhaltung ist untersagt, ebenso jedes Gespräch, das nicht in Beziehung zum Unterricht steht. Der Lehrer nimmt die Stellung eines Waffenmeisters ein. Er wird nur in Ausnahme-fällen angesprochen, nachdem sich der Schüler durch eine Verbeugung bemerkbar gemacht hat. Es ist nicht gestattet, ohne Erlaubnis Teile der Bekleidung abzulegen oder zusätzliche Bekleidungsstücke zu tragen. Ein Schüler ist nicht berechtigt, ohne Erlaubnis eine Übung abzubrechen, die Übungsfläche zu verlassen oder zu anderen, nicht angesagten Übungen überzugehen. Die Erlaubnis, den Unterricht vor der offiziellen Beendigung zu verlassen, kann nur in Ausnahmefällen erteilt werden. Muß ein Schüler aussetzen, so meldet er sich beim Sensei ab und nimmt am Rande der Übungsfläche Platz.

 Jeder Schüler, der sich im Dojo aufhält, hat jederzeit eine einwandfreie Haltung zu zeigen. Selbst wenn er erschöpft ist. Die Tradition des Karate erlaubt kein sich gehen lassen! Der Lehrer verpflichtet sich, Schüler mit mangelnder Selbstdisziplin vom Unterricht auszuschließen! Der Schüler erscheint pünktlich und ist zum Zeitpunkt des Beginns des Trainings bereits in Sportkleidung.

Die 20 Regeln

  • Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
  • Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.
  • Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.
  • Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen.
  • Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.
  • Es geht einzig darum, den Geist zu befreien.
  • Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.
  • Denke nicht, dass Karate nur im Dōjō stattfindet.
  • Karate üben heißt, es ein Leben lang zu tun.
  • Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen.
  • Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.
  • Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.
  • Wandle dich abhängig vom Gegner.
  • Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab.
  • Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor.
  • Sobald man vor die Tür tritt, findet man eine Vielzahl von Feinden vor.
  • Feste Stellungen gibt es für Anfänger, später bewegt man sich natürlich.
  • Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil.
  • Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.
  • Denke immer nach und versuche dich ständig an Neuem.                                 

                 Gichin Funakoshi (1868-1959, Begründer des modernen Karate-Do)